INMYMIND: Heute Morgen
Heute morgen blieb ich kurz hängen. ich war wach. um 4, um 5, um 7, um 9, um 11:35, 11:38, 11:41 und 11:43 Uhr. Ich hab mir selbst frei genommen.
Was hielt mich davon ab aufzustehen? Ich lag nur da. Einfach so. Dumme Sache. Doch ich dachte mir irgendwie, dass ein Tag im Bett vielleicht ganz gut wäre. Einen einzigen Tagtraum zu leben. Nichts weiter. nur warm. zwischendurch immer wieder kurz einzunicken um mit einem komischen Geschmack im Mund wach zu werden. Den Kopf unter die Decke stecken, weil es zu hell ist und dann die Füße anzuwinkeln, weil sie sonst kalt werden. Von unwichtigen Geräuschen wach zu werden und ewig zu schwanken zwischen Tag und Traum.
Auf einmal zog sich mein Magen zusammen und ich sprang aus dem Bett. Du kannst nicht! Hör auf zu träumen! Du musst leben, machen, tun und irgendetwas zu Stande bringen. Jetzt! Nicht hängen bleiben! Weiter weiter weiter höre ich mich ständig rufen. Die Stunden die ich vorher wach im Bett lag kamen mir auf einmal schrecklich verschwendet vor und mein Gewissen plagt mich bis heute Abend, als ich einfach den gesamten Tag nichts porduktives auf die Beine bekommen habe.
…
Ich stand also im Bad. völlig unzufrieden mit mir. wollte wieder zurück. Bett. warm … Doch dacht ich mir, dass es mir dann noch schlimmer geht. Denn sie waren auf einmal da. Die Gedanken. Ich stand im Bad, guckte nicht in den Spiegel, dachte an all das an was ich nur ungern dachte. Dachte an jedes kleine Detail von Damals.
Verhasst von der eigenen Unbrauchbarkeit zog ich mir das Shirt und die Hose von gestern Abend an und ging aus meinem Zimmer.
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